Samstag, 29. November 2014

Summers Lost von Juliane Käppler

Inhalt

Sie kommen aus einer Welt, aber sie sind sieben Sommer voneinander entfernt. Für eine Mutprobe soll sich Katharina Conelli einen Luxuswagen "borgen". Die Sache geht gründlich schief, denn sie wird vom Besitzer überrumpelt. Hals über Kopf verliebt sie sich in Alex Levi, obwohl sie zuerst glaubt, dass sie nichts gemeinsam haben. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Beide stammen aus angesehenen Familien und haben etwas anderes vor, als den für sie vorgesehenen Weg des Erfolgs zu gehen. Ihre Faszination für das Tauchen verbindet sie bis das Schicksal sie auseinanderreißt. Sieben Sommer später begegnen sie sich im Süden wieder: als Fremde, die sich verhängnisvoll vertraut sind

Ich habe schon das erste Werk der Autorin, „Willkommen in Hawks“, gelesen und geliebt. „Summers Lost“ setzt aber sogar noch einen drauf und hat mir sogar noch besser gefallen als Hawks.
Unter anderem lag das an den Charakteren. Cameron und Charlotte aus Hawks sind nicht nur zwei starke, sondern auch sehr herausstechende und ungewöhnliche Charaktere. Mit Alex und Kat hat die Autorin nun ein „normaleres“ Paar geschaffen, wobei sich das auch hier in Grenzen hält. Normal sind die Beiden als Erbin einer großen Confiserie und Sohn eines Spitzenanwalts nicht. Dennoch fand ich sie viel realistischer. Zwei sympathische Protagonisten, die ich schnell ins Herz geschlossen habe.
Betrachtet man das Cover von „Summers Lost“, dann hat man keinen Zweifel daran, dass das Tauchen eine große Rolle in der Geschichte spielt. Ich habe mich also auf viel Tauchen eingestellt. So viel war es dann aber auch wieder nicht. Richtig getaucht sind Alex und Kat erst in der zweiten Hälfte des Buches und auch da deutlich weniger oft, als ich erwartet habe. Dennoch kann ich sagen, dass das Tauchen eine wichtige Rolle spielt, auch wenn ich mehr davon erwartet habe. Aber ich war so beschäftigt mit Lesen und dem Rest der Geschichte, dass mich das kaum gestört hat. Denn obwohl ich auf jeden Fall zu der Fraktion der Muschelsammler gehöre, haben mir die Tauchszenen gut gefallen und ihre Beschreibungen mich fasziniert, sodass ich gar nicht selbst unters Wasser muss, um die beschriebenen Bilder unter dem Meeresspiegel zu sehen.
Ich liebe es, wie die Autorin ihre Charaktere gestaltet, nicht nur die Protagonisten. Denn es fällt einem wirklich sehr leicht, auch die meisten Nebenfiguren gern zu haben. Die Skater am Anfang zum Beispiel. Auf den ersten Blick erscheinen sie nicht sehr sympathisch, doch der Anschein trügt uns schon bald wurde der eine oder andere davon zu meiner Lieblingsfigur.
Was ich an dem Buch mochte, sind die unerwarteten Wendungen. Die Geschichte blieb dadurch sehr spannend, auch wenn eine dieser Wendungen mich so sehr mitgenommen hat, dass ich den Reader für einige Tage zur Seite legen musste. Und um ehrlich zu sein, bin ich noch immer nicht darüber hinweg, was dort passiert ist. Aber danach ging es genauso gut weiter und immer weiter. Einmal im Lesefluss, fiel es mir schwer, wieder aufzuhören.
Die eine oder andere Kleinigkeit hat mich gestört, worauf ich jetzt nicht näher eingehen werde, dennoch kann ich mich nicht beschweren. „Summers Lost“ ist ein fantastisches Buch. Vom Aufbau her erinnert es zwar an „Willkommen in Hawks“, der Stil der Autorin ist gut wiederzuerkennen, doch die Umsetzung hat mir hier sehr viel besser gefallen. Aber ich glaube, wem eines der beiden Bücher gefallen hat, der wird auch das andere mögen.


Über die Autorin:

Juliane Käppler, Jahrgang 1977, stammt aus Thüringen. Aus Liebe zum Rheinland zog sie nach Mainz, wo sie als freiberufliche Autorin für verschiedene Verlage in ganz unterschiedlichen Genres schreibt. Als Tochter einer Deutschlehrerin und Enkelin eines Geschichtenerzählers wuchs die Autorin mit Literatur und der Liebe zu phantastischen Welten auf. Der Reiz, ihre eigenen Märchen zu schreiben, packte sie früh. Schon auf den letzten erlernten Buchstaben des Alphabets türmten sich Wörter. Bald folgten Reime über Spatzen, Wolken und Flöhe. Einige Jahre später, mit der Expedition ins Reich der Kurzprosa, nahmen ihre Helden menschliche Gestalt an. Es gab keinen Zeitpunkt, an dem Juliane beschlossen hat, Schriftstellerin zu werden. Vielmehr glaubt sie nicht, dass die Schreiberei etwas ist, zu dem man sich entschließt, das man erlernen oder aufgeben kann. Für sie ist es weder Hobby noch Alternative, sondern ein Teil ihrer selbst.

Fazit

Wie schon „Willkommen in Hawks“ kann ich „Summers Lost“ wirklich nur weiterempfehlen. Das Buch ist nicht einfach eine Liebesgeschichte, nein, es kommt viel mehr zusammen. Freundschaft, Intrigen, Schicksal, alles in einer wundervollen Geschichte vereint. Ich kann nur sagen, lest es, ihr werdet es nicht bereuen.

Sonntag, 23. November 2014

Sternenschimmer von Kim Winter

Inhalt

Ob die Sterne wussten, dass diese Nacht Mias Leben verändern würde? Sie erleuchteten den ganzen Himmel, als Iason mit den anderen Flüchtlingen auf der Erde landete. Jetzt steht er vor ihr. Eine dunkle Stille geht von ihm aus, doch seine graublauen Augen scheinen ins Innerste von Mia zu blicken. Augen mit der Anziehungskraft eines schwarzen Lochs. Augen, in die sie hineinfällt. Sie lassen Mia vergessen, dass es eigentlich nicht sein kann: eine überirdische Liebe, die Welten überbrücken muss. Und jeder Tag, der vergeht, bringt den endgültigen Abschied näher. Denn Iason ist nur Gast auf der Erde. Auf seinem Heimatplaneten Loduun herrscht Krieg und Iason ist als Wächter vorbestimmt, sein Volk zu beschützen.

„Sternenschimmer“ ist so ein Buch, über das ich im Vorfeld nur Gutes gehört habe. Jeder war begeistert und schwärmte in den höchsten Tönen davon. Da war ich natürlich von vornherein sehr gespannt darauf, auch ohne vorher wirklich zu wissen, um was es in dem Buch geht.
Mia und ich, wir hatten einen etwas holprigen Start. Ich fand sie zwar ganz sympathisch, vor Allem weil sie sich für ihre Überzeugungen einsetzt und für das geradesteht, was sie für richtig hält. Das Betreuen der Kinder von Loduun ist so eine Sache. Es ist „the road less taken“, wie Robert Frost es so schön sagt. Die Loduuner, die „Außerirdischen“, werden nicht von allen mit offenen Armen empfangen und es sind noch weniger Menschen, die ihnen aktiv irgendwie helfen. Dass Mia zu den wenigen Helfern gehört, spricht wohl für sich. Aber ansonsten konnte ich in den ersten Kapiteln nicht viel mit ihr anfangen. Nach einiger Zeit und einigen Aktionen Mias mochte ich sie aber immer lieber und irgendwann hatte ich sie wirklich gern.
Bei den meisten anderen Charakteren war das aber nicht so, bloß Mia erschien anfangs durch ihre perfekte und vorbildliche Art etwas unwirklich. Ganz besonders gerne hatte ich die eben schon erwähnten loduunischen Kinder, die Mia betreut. Fünf zauberhafte kleine Engel, die viel durchgemacht haben und nun weit entfernt von ihrem Zuhause und dem dort herrschenden Krieg sind. Die Kinder sind voller Lebensfreude, nachdem sie sich erst an ihre neue Umgebung gewöhnt haben und ich habe sie sehr ins Herz geschlossen. Auch ein Loduuner, aber einer, der nicht mehr wirklich zu den Kindern gezählt werden kann, ist Iason. Im Gegensatz zu Mia ist er sehr verantwortungsbewusst und nimmt besonders seine Verantwortung gegenüber seinen kleinen Schwester sehr ernst. Damit ist er so ziemlich das Gegenteil von Mia, die zwar auch an ihre Verantwortung denkt, jedoch nicht so stark wie Iason, und sich eher darauf konzentriert, die Kinder zu beschäftigen und ihnen Freude zu bereiten.
Bei zwei so verschiedenen Charakteren wundert es einen nicht, dass auch ihre Beziehung ziemlich kompliziert ist. Typische klischeehafte Liebesgeschichte? Keine Spur. Viel eher entwickelt sie sich langsam, verändert sich ständig und macht einige Wendungen durch. Ich hatte das Gefühl, die Beiden würden nicht still stehen und ihre Gedanken und Gefühle wären die ganze Zeit in Bewegung. Diese Art von Beziehung hat mir sehr gefallen, da sie eben nicht so ist, wie man es sonst so liest, ungewöhnlich und neugierig darauf machend, was bei dem nächsten Aufeinandertreffen der Beiden wohl passieren wird.
Was mir an dem Buch noch so gut gefallen hat, sind die Themen, die darin angesprochen werden und zum Nachdenken anregen. „Sternenschimmer“ spielt in der Zukunft und zeigt auf, wie sich der Klimawandel auf die Erde auswirken könnte. Aber auch, dass Menschen aus der Geschichte lernen und in Frieden neben einander leben können. Und noch so vieles mehr.


Über die Autorin:

Kim Winter, geboren 1973 in Wiesbaden, lebt mit ihrer Familie im Taunus. Nach einer Ausbildung zur Sozialarbeiterin, arbeitete sie im Pflegekinderdienst und in einem Waldkindergarten. Dann widmete sie sich voll und ganz ihrer Leidenschaft, die sie selbst als „Schreibsucht“ bezeichnet. Dem Wald ist Kim Winter übrigens noch immer sehr verbunden, weil sie dort neben einem Café in Wiesbaden am liebsten schreibt, und das immer mit Musik im Ohr. Außerdem spielt sie Theater, engagiert sich umweltpolitisch und kann es nicht lassen, Dinge zu hinterfragen. „Bei Ungerechtigkeiten weggucken, geht gar nicht.“

Fazit

„Sternenschimmer“ ist ein umwerfendes Buch, das ich mit keinem anderen vergleichen könnte. Trotz einiger Längen ab und zu habe ich es genossen, es zu lesen. Ich freue mich sehr es gelesen zu haben, denn das Buch hat mich aus den Anfängen einer ziemlich fiesen Leseflaute rausgeholt und erwartungsvoll zurückgelassen. Ich bin gespannt, wie es mit Mia, Iason und Loduun weitergeht und freue mich schon jetzt auf das Erscheinen des zweiten Teils.

Samstag, 15. November 2014

Der Lovelybooks Leserpreis






Wie jedes Jahr wenn das Jahr sich dem Ende zuneigt, ist es wieder Zeit für den Lovelybooks Leserpreis, einen Buchpreis, bei dem Leser in insgesamt 16 Kategorien darüber abstimmen, welche die besten Bücher des Jahres sind. Jeweils die besten drei werden mit Gold, Silber und Bronze geehrt. Bis zum 19. November kann man noch seine Lieblinge nominieren, danach kommen die 35 besten ins Finale und es wird abgestimmt.
Ich habe unter Anderem für "Gefrorenes Herz" von Mirjam H. Hüberli gestimmt, aber auch anderen Büchern, die ich mochte, meine Stimme gegeben. Dabei fällt die Wahl bei einer so großen Auswahl guter Bücher wirklich nicht leicht.
Ich bin schon sehr gespannt, welche Bücher den Preis bekommen. Unterstützt doch auch eure Lieblinge des Jahres mit einer Nominierung und einer Stimme, die ihr ab dem 20. November abgeben könnt. Und am 28. werden dann die Gewinner bekannt gegeben.

*Hier geht es zum Leserpreis*




Freitag, 14. November 2014

Die Liebe ist ein Trampeltier von Ina Straubing

Inhalt

Uppsala, Schweden: Elin ist Ende Zwanzig, arbeitet als selbständige Designerin und könnte eigentlich ganz zufrieden sein. Mit sich, dem Leben, und der Liebe. Immerhin ist sie gerade mit ihrem Freund Tomas in die gemeinsame Wohnung gezogen. Und auch wenn ihr Job bislang noch nicht gerade auf Hochtouren angelaufen ist und sie hin und wieder auch mal etwas "verschusselt" - ein paar Startschwierigkeiten gehören eben einfach dazu. Elin ist doch schließlich Optimistin! Doch ihre heile Welt stürzt ein, als sie eines Abends unverhofft nach Hause kommt und ihren Freund zwischen den viel zu großen und viel zu jungen Brüsten einer anderen erwischt - und auch noch im gemeinsamen Bett! Völlig unter Schock flüchtet Elin zu ihrer besten Freundin Misha, und zieht in das kleine Häuschen am Stadtrand ein. Als ihr bewusst wird, dass auch diese Lösung nicht von Dauer sein kann, meldet sich aus heiterem Himmel Tomas. Der bereut inzwischen seinen "Ausrutscher" und macht Elin einen unglaublichen Vorschlag: Sie soll herausfinden, ob sie Tomas noch liebt - wenn es sein muss, auch in den Armen anderer Männer. Und dazu hat Elin genau drei Wochen Zeit.

„Die Liebe ist ein Trampeltier“ ist ein Chick Lit-Buch und somit eigentlich nicht mein Genre. Doch der Schreibstil hat mich schon magisch angezogen, als ich mir nur die Inhaltsangabe durchgelesen habe. Deshalb stand für mich fest: ich möchte dieses Buch lesen! Und das hat sich auch gelohnt, und wie. Der Schreibstil hat mich von Anfang an begeistert und nur so durch die Seiten getragen und nach dem letzten Satz hätte ich am liebsten noch weiter gelesen. Dieser Schreibstil verdient es einfach, gelesen zu werden und macht unglaublichen Spaß.
Die Figuren sind sehr realistisch und (mehr oder weniger) nett gestaltet. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Elin, Tomas, Kristian und alle Anderen tatsächlich irgendwo da draußen gibt, vielleicht in Schweden, in einer Stadt namens Uppsala (die es übrigens wirklich gibt, auch wenn ich zuerst anderer Meinung war). Elin ist eine sympathische Protagonistin. Ich mochte sie sehr gerne und habe genauso gerne zugeschaut, wie sie ihre Zeit nach dem Betrug verbracht hat. Elin zerfließt nicht in Selbstmitleid, sie macht weiter, stürzt sich in ihr neues Design-Projekt und geht auch auf Tomas Vorschlag, mit anderen Männern auszugehen, ein.
Die Idee hinter dem Buch ist eine ganz neue, zumindest ist sie mir bisher sonst nirgendwo bisher begegnet. Dieses Angebot, sich selber mit anderen Männern zu treffen, von seinem Partner zu bekommen finde ich zwar ein wenig ungewöhnlich, aber es passt hier einfach. Es passt und wie die Autorin dies umgesetzt hat, ist wirklich gelungen.

Über die Autorin

Ina Straubing dachte sich bereits als plappernde Vierjährige Geschichten aus. Da ihr wohl niemand so richtig zuhören wollte, fasste sie den Entschluss, ihre Geschichten aufzuschreiben, was schließlich zu einem Studium der Germanistik führte. Und einer Unmenge mehr oder weniger gelungener Kurzgeschichten und Gedichte, die Ina in ihrer Freizeit schreibt. »Die Liebe ist ein Trampeltier« ist ihr Debütroman. Die Autorin lebt und arbeitet in München.

Fazit

Mir fällt wirklich absolut nichts ein, was man am „Trampeltier“ nicht lieben könnte. Es macht Spaß, es reißt mit und lässt nicht mehr los. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und komme werde nicht umhinkommen, auch ihr nächstes Buch zu lesen, sobald es rauskommt. So viel und so guten Humor finde ich nicht oft.

Sonntag, 9. November 2014

Kirschkernküsse von Barbara Schinko

4,5 Sterne

Inhalt

Elsie Bairns liebt Katzen, Kirschen und den Sommer – und sie liebt heimlich Cody Fletcher, den mutigen blonden Nachbarsjungen mit dem unglaublichen Lächeln. Als Cody mitten in der Nacht in ihr Haus schleicht und sie zu einer fünftägigen Fahrt quer durch Amerika einlädt, glaubt sie an die Erfüllung ihrer Träume. Der Roadtrip ihres Lebens beginnt, doch bald steht für Elsie fest: Das alles scheint zu verrückt und schön, um wahr zu sein. Und vielleicht ist es das. Denn je mehr Elsie den Mut aufbringt, Fragen zu stellen, desto klarer wird, dass ihr Cody etwas Entscheidendes verschweigt…

Was verbinde ich mit einem Roadtrip durch Amerika? Diese Frage wurde am Anfang der Leserunde zu diesem Buch gestellt, an der ich teilgenommen habe. Auf Grund mangelnder Kenntnisse war meine Antwort darauf ziemlich einfach gehalten: die Fahrt selbst mit einem bequemen Auto, Musik und gutes Wetter. Nun nach dem Lesen ist das anders. Würde ich jetzt nochmal gefragt werden, würde ich wahrscheinlich viel mehr dazu sagen, allem voran: Elsie und Kirschen.
Elsie ist ein Mädchen vom Land uns bezeichnet sich selbst wegen diesem Umstand häufiger Mal als langweilig. Doch verbringt man ein wenig Zeit mit ihr, dann merkt man schnell, dass sie genau das nicht ist. Sie versprüht ihren ganz eigenen Charme, jedoch fehlt ihr das Selbstbewusstsein, um das zu erkennen, was sich nach und nach aber ändert. Während des Roadtrips mit Cody wird Elsie nicht nur selbstbewusster, sondern wächst auch über sich hinaus und tut Dinge, die sie früher nie getan hätte.
Womit ich Roadtrips, oder zumindest diesen hier, sonst noch verbinde, sind Kirschen. Kirschen, die Elsie liebt. Mir hat es sehr gefallen, dass die Kirschen sich wirklich durch das gesamte Buch zogen. Ob beim „Traust du dich?“-Spiel, bei dem Elsie beim nächsten Halt nach Kirschsuppe fragen muss, oder beim Kirschfestival, bei welchem sie bei der Wahl zur Kirschkönigin teilnimmt, die Kirschen begleiten Elsie auf ihrer Reise quer durchs Land.
Während der Reise treffen Elsie und Cody viele verschiedene Menschen. Aileen, die Elsie bei der Kirschköniginnenwahl frisiert und geschminkt hat. Die Biker-Schwestern, die die Beiden in einem Café getroffen haben und die einfach super drauf waren. Und das waren nur zwei Beispiele für die vielen tollen Begegnungen, die sie gemacht haben.
Cody habe ich schon einige Male erwähnt, nun gehe ich ein wenig näher auf ihn ein. Cody scheint, wenn man sie so betrachtet, eigentlich das komplette Gegenteil von Elsie zu sein – mutig, selbstbewusst und er hat Spaß im Leben. Doch auch er ist nicht, wie er auf den ersten Blick wirkt. Und vor Allem tut er Elsie gut (wenn auch vielleicht nicht aus der Sicht ihrer Eltern).
Ein weiterer Pluspunkt: das Ende kann man auf keinen Fall vorhersehen. Kurz vor dem Ende erhält die Geschichte nochmal eine 180°-Wendung.
Ich kann nicht sagen, was für mich zur vollen Wertung gefehlt hätte. Eine Kleinigkeit, die ich nicht bestimmen kann. Deshalb vergebe ich 4,5 Sterne. „Kirschkernküsse“ hat für mich nicht ganz 5, aber doch mehr als 4 Sterne verdient.

Über die Autorin:

Barbara Schinko, geboren 1980, wuchs in einer österreichischen Kleinstadt auf. Ihre Kindheit spielte sich zwischen Bücherbergen und den Welten in ihrem Kopf ab. Später studierte sie internationale Wirtschaftsbeziehungen, erkundete Asien und Australien und fuhr mit ihrem Verlobten im Wohnmobil durch die USA. Wenn sie nicht arbeitet, sitzt sie in ihrem geliebten Hängesessel auf dem Balkon und träumt sich ans Meer.

Fazit

Die kurze Zeit mit Elsie und Cody hat mir gut gefallen. Mal ruhig, mal ereignisreich, doch nie langweilig, das war ihr Roadtrip und es hat Spaß gemacht, die beiden dabei zu begleiten.

Dienstag, 4. November 2014

Barfuß im Regen von Hannah Siebern

Inhalt

Janna trifft an der Uni auf Josh- den süßen Jungen aus ihrer alten Nachbarschaft, mit dem sie schon als Kind barfuß im Regen gespielt hat. Doch ihre Wiedersehensfreude hält sich in Grenzen. Jannas letzte Beziehung endete in einer Katastrophe und hinterließ bei ihr tiefe Wunden. Um Männer macht sie seitdem einen großen Bogen und konzentriert sich lieber auf ihr Studium. Daher kann sie es gar nicht brauchen, dass Josh sie mit seiner sorglosen Art und seinen sturmgrauen Augen immer wieder aus der Reserve locken will. Als die Umstände sie dazu bringen, mit Josh in eine WG zu ziehen, ist das Chaos perfekt. Vor allem, weil die Vergangenheit jeden Augenblick an die Tür klopfen könnte ...

Janna und Josh, das klingt wie die perfekte Liebesgeschichte: Junge und Mädchen sind als Kinder beste Freunde, sie Beiden verlieren sich aus den Augen, als der Junge wegzieht, treffen aber nach Jahren an der Uni wieder auf einander. Inzwischen haben ihre Gefühle von damals sich verändert und sind tiefer geworden und die beiden finden endlich zusammen. Eine perfekte Liebesgeschichte eben – wäre da nicht die andere Seite der Medaille. Nachdem Josh weggezogen ist, hat Janna nämlich einige Entscheidungen getroffen, die sie schließlich zu Rogelio führten, der das komplette Gegenteil von Josh ist und mit dem Janna schöne, aber auch schlimme Zeiten erlebte, die sie und ihre Meinung über Männer geprägt haben.
Dieses Buch erzählt die Geschichte von zwei Beziehungen, voller Liebe und Glück, aber auch voller Schmerz und Unglück. Ich finde es wirklich erstaunlich, wie die Autorin diese beiden Extrema nicht nur in eine Geschichte gebracht hat, sondern auch in eine logische und schöne Geschichte.
Obwohl man manche ihrer Entscheidungen nicht wirklich nachvollziehen kann, ist die Protagonistin Janna doch sympathisch. Man weiß von Anfang an, dass sie etwas Schlimmes durchgemacht haben muss, als sie für ein Jahr in Mexiko war, jedoch nicht, was es ist. Das hat die Autorin aber geschickt gelöst: Der Großteil der Geschichte spielt in der Gegenwart, doch durch Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, kriegt man als Leser hautnah mit, was sie erlebt hat. Diese Art, die Vergangenheit zu erzählen, hat mir gut gefallen, denn sie ist viel lebendiger als eine Erzählung während eines Gesprächs es je sein könnte.
Was mich schließlich überzeugt hat, waren die liebenswerten Nebencharaktere, jeder mit seiner eigenen kleinen Eigenheit. Ob nun die mexikanische beste Freundin, Alexis, mit ihren Vertauschungen von Sprichwörtern oder Letica, die Gastmutter, die Janna wie eine Tochter in ihre Familie aufnahm, man muss sie einfach gern haben.

Über die Autorin:

Hannah Siebern (geb. 1986 in Münster) lebt mit ihrem Freund in Coesfeld (Westfalen). Lesen ist ihre ganz große Leidenschaft und seit ein paar Jahren schreibt sie auch selber. Lebenslauf Nach der Realschule hat Hannah Siebern ein Auslandsjahr in Mexiko verbracht. Danach machte sie in Münster ihr Abitur und den Bachelor in Erziehungswissenschaften. Seit 2011 studiert sie an der Universität Dortmund Erziehungswissenschaften im Master und hat einen Großteil ihrer neuen Texte im Zug geschrieben. Mit der Veröffentlichung von Nubila ging für sie ein großer Traum in Erfüllung.

Fazit

„Barfuß im Regen“ erzählt eine etwas andere Liebesgeschichte, mit Ecken und Kanten. Eine realistische und schöne Geschichte über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und wie alle drei zusammenhängen und Jannas Leben bilden.